Tod durch Erschiessen

Es ist wieder geschehen und schlimmer als jemals zuvor. Ein Amoklauf im Land der Revolvermänner, der nach derzeitigem Stand der Dinge 33 Menschenleben gekostet hat. Es wird viel spekuliert werden über die Polizeiarbeit, wie es sein konnte, dass nach fast zwei Stunden die Ballerei nochmal – und dann erst richtig – losging, warum nicht gleich evakuiert wurde etc., etc..

Das ist zwar eine notwendige ex-post Betrachtung, nur bringt sie für die Zukunft der USA nichts. Ein Staat in dem der Tod durch Erschiessen nach den Herz- Kreislaufkrankheiten zur Nummer 2 in der Rangfolge der häufigsten Todesarten aufgestiegen ist. Vor Krebs, AIDS oder anderen Seuchen. Es wird viel diskutiert werden über schludrige Waffengesetze, die dort ja weitgehend Ländersache sind und über die Macht der Lobbyisten. Dass der Einfluss der NRA (National Rifle Association) radikal gebrochen werden muss steht für mich ausser Frage. Das wird schwer genug und ist trotzdem zu kurz gesprungen.

Amerika muss in diesem Punkt sein Selbstverständnis ändern und zur Kenntnis nehmen, dass die Zeiten in denen der zweite Verfassungszusatz (A well-regulated Militia being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear arms shall not be infringed.)  und seine lockere Interpretation noch Sinn machten, seit ca. 120 Jahren vorbei sind. Der zweite Halbsatz dieses Verfassungszusatzes gehört einfach gestrichen. Unter Bush wird das sicher niemals geschehen, aber sollte in Zukunft die Präsidentschaft einem Mr. Obama oder einer Mrs. Clinton gehören wäre ich in diesem Punkt dezent optimistischer.

Doch selbst dann bleibt ein fatales Problem: Die vermutlich unvorstellbare Zahl von Waffen und Gebirge von Munition, die in diesem Land in der ein oder anderen Weise unterwegs sind. Wie soll der Staat seine Bürger entwaffnen? Diejenigen, die wirklich nur aus Sorge vor dem Verbrechen eine Knarre im Wohnzimmerschrank lagern, werden diese dann bei geänderter Rechtslage auch klaglos abliefern. Die gefährlicheren Mitbürger aber, die werden ihr Arsenal nur besser verstecken.

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Keine Kommentare zu „Tod durch Erschiessen“

  • Das Geschäft mit Handfeuerwaffen ist in einem 300-Millionen Land sehr lohnenswert. Da werden Milliardenumsätze erzielt, außerdem gibts jede Menge Wahlkampfspenden. Da wird sich niemals grundlegend etwas in der Waffengesetzgebung ändern.