Sunset Boulevard
Mandelentzündung
Der Mandel und der Singer. Der Kavka und der Mayer, also nicht ich, sondern mein Namensvetter, der Berni Mayer, alias St. Burnster. So kann man denken, MTV- und Vivazeiten der Protagonisten assoziieren, wenn man in die Story von den zwei Ex-Musikjournalisten reinwächst und ihr neues Leben als Detektive in “Mandels Büro” mit ihnen über mehr als 300 Seiten teilt.
Nein, die Biographie vom Berni Mayer ist anscheinend nie so ganz weit weg, nicht die als Musiker, nicht die als Redakteur beim selben Thema und sogar eine Miniexkursion zur Fußball Bundesliga (und zwar nur die erste! wie in seiner Blogrubrik “Brennerpass”) sind im Buch drin. Wie überhaupt so ziemlich alles drin ist was ein gutes, unterhaltsames Buch braucht. Eine affengeile und gar nicht mal so realitätsferne Story, schön ersonnene Charaktere, ganz viel Musik, Sex und Drogen, der Tod und die falsche Liebe. Es rockt also richtig volle Kanne!
Natürlich habe ich mir das Buch vom Herrn Blogkollegen bestellt, als ich erfahren habe, dass es das gibt. Wenig später hielt ich es in den Händen und wollte eigentlich nur so ein wenig rumblättern, reinschmecken, antesten. Denn ich nehme mir derzeit, sofern ich überhaupt richtig zum lesen komme, die Autobiographie vom Keith Richard zur Brust und war da eigentlich glücklich und zufrieden so mittendrin. Aber “Mandels Büro” hat mich dann doch so gefesselt, dass ich es in wenigen Tagen gelesen habe. Das sagt dann ja wohl schon so ziemlich Alles…
Shopping & Huren
Gestern war der Mayer los, um sich eine neue Winterjacke zu besorgen. Klar hoffte ich darauf, ein Modell zu finden, das schön warm ist, gut sitzt und zu dieser Jahreszeit vielleicht schon im Preis herabgesetzt ist. Allerdings wollte ich einen bestimmten, Regen abweisenden Oberstoff und schwarz sollte das gute, neue Stück auch sein. Ich stromerte also durch die Geschäfte und musste feststellen, dass meine Vorstellungen nicht so leicht zu befriedigen waren.
Als typisches Mannsbild ist es mir am liebsten einfach durch die Gänge zu schlendern und sehr schweigsam, in tiefer innerer Einkehr den Fall zu lösen. Meine Körperhaltung und meine Mimik scheinen dabei etwas in meinem Sinne Erfolgreiches auszustrahlen, denn verkaufstechnisch unaufgefordert angelabert werde ich nur noch von den penetrantesten Vertretern der Spezies Verkäufer/in. Gestern war ich darauf vorbereitet im Erfolgsfall von mir aus noch ein Gespräch mit dem Verkaufspersonal zu führen, da ich unumgängliche Fragen zur Behandlung des Stoffes im Falle der Verschmutzung hatte.
Nach etlichen Läden begegnete mir dann tatsächlich in einem kleinen Geschäft meine Wunschjacke, ich konnte sie sogar noch völlig unbehelligt probieren und befummeln, als sich schließlich eine jüngere Verkäuferin zu mir gesellte. Meine Frage nach der textilen Pflege wurde zu meiner vollen Zufriedenheit beantwortet, der Preis war um sensationelle 50 Prozent reduziert und ich strebte wirklich allerbester Laune der Kasse entgegen.
Hier begann der Wahnsinn. Konnte ich die Anpreisung, dass Mann dazu doch auch ein neues Hemd oder eine chice Jeans wirklich gut gebrauchen könnte noch halbwegs rasch im Keim ersticken, wurde mir auch schon der Antrag für ein Kundenkärtchen serviert. Natürlich ohne Werbung, dafür mit Geburtstagsgeschenk und einer schier unglaublichen Fülle von weiteren, kleinen Vorteilen. Das versuchte ich erst einmal auf die lange Bank zu schieben, als mir ein Kaffee angeboten wurde. Ich bin für Kaffee ja meistens zu haben, gestern war ich allerdings bereits restlos vollgetankt und lehnte daher dankend ab. Daraufhin versuchte die Dame mich zu animieren doch einfach so mal reinzusehen, wenn ich eben in der Stadt unterwegs wäre, mal auf einen Kaffee vorbeizukommen. Mir lag die Frage auf der Zuge: “Und wenn ich jetzt ficken will, dann machen wir das selbstverständlich auch sofort, was?”
Dabei ist es todtraurig zu welchen absurden Verrenkungen das Verkaufspersonal mittlerweile gezwungen wird. Wie aus einer, warum angeblich auch immer erfolgversprechenden Strategie der Gewinnmaximierung irgendwelcher todkranken Marketinggehirne, nur ein ekelhafter Bullshit gerinnt. Es gibt sie zum Glück noch, Geschäfte in denen es anders, in meinen Augen “normaler”, zugeht. Die bekommen künftig den Zuschlag von mir. Auch wenn ich dann länger nach einer neuen Winterjacke suchen muss.
Mayer anderswo
Hier ist ja zur Zeit nix los, warum auch immer… liegt jedenfalls an niemand anderem als mir selbst. Erhellend nicht? Dafür schreibe ich eine kleine, wöchentliche Kolumne beim wunderbaren Oldenburger Lokalteil.
Die Artikel sind zu finden unter der Kategorie /stadtleben/mayers-mogliche-woche/ und machen mir und hoffentlich auch meiner Leserschaft jede Menge Spaß. Vielleicht mag ja der / die ein oder andere von Euch mal reingucken, auch wenn er / sie nicht aus Oldenburg kommt…
Wann es hier richtig weitergeht kann ich nicht sagen. Es gibt einfach viel Anderes zu tun.
Die andere 9/11 Betrachtung
Ich kann sagen, dass ich den gesamten Beitrag für höchst beachtenswert halte.
Gast ohne Einladung
Es war so 1975 / 76, ich war in dieser riesigen Clique, wir waren drauf und dran, die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht zu machen, wir redeten eine Menge dummes Zeug, rauchten und tranken alles Mögliche und wir waren unglaublich brav und nett. Ja, ja! Es gab ja ein paar Leute in unserer Gang, die aus anderen Stadtvierteln kamen und dennoch fest zu uns gehörten, wie der “Schnecki” und der “Kochi”, andere wollten das so gerne und sie bekamen aber aus irgendwelchen Gründen keine Chance.
Wie sie genau zu uns gekommen ist, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, jedenfalls gab es ein Mädchen in unserem Alter, die plötzlich mit schöner Regelmäßigkeit bei uns “im Hof” auftauchte. Ich denke sie war in einen der etwas älteren Jungs verknallt, vielleicht in den “Big Pete” oder in den “Sepp” oder in beide. Wir ließen sie gewähren, gaben uns aber kaum mit ihr ab. Wie sie wirklich hieß, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, aber wir hatten einen schönen Namen für sie. Einen der einfach passte: Haftmine. Ich sag’ doch wir waren nett.
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Mein erster Besuch im Oldenburger Theaterlaboratorium
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, das wird einigen von Euch vielleicht bekannt sein. Das Buch hat es in Frankreich rasch zu einiger Berühmtheit gebracht, die Verfilmung bescherte Omar Sharif 2004 den César als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Monsieur Ibrahim. Im Theaterlaboratorium nun ist es eine Mischung aus Theater und Puppentheater, wobei das Stück besonders durch enormes Können und eine unglaubliche Präsenz von Pavel Möller-Lück zu einem eindrucksvollen Erlebnis wird.
Die Leichtigkeit mit der eine gar nicht so witzige Geschichte dargeboten wird, die so selbstverständlich eine wachsende Freundschaft zwischen Momo, einem einsamen, jüdischen Jungen und Monsieur Ibrahim, dem anatolischen Ladenbesitzer erzählt, das ist aller Ehren wert. Ein Stück, das ganz ohne Schulmeisterei auskommt und dabei doch, auf mal heitere, mal melancholische Weise, ein schwieriges und aktuelles Thema einfühlend behandelt.
Neben der beeindruckenden Spielkunst ist es vor allem die Liebe zum Haus selbst, zum Bühnenbild, zu den Puppen und Ihren Details, einfach zu Allem was so ein Theater ausmacht, dass als Gesamtwerk etwas derart Atemberaubendes entsteht. Wenn die Puppen mittendrin in einer passenden Szene etwa winzige Sonnenbrillen aufgesetzt bekommen, oder die gemeinsame Reise nach Anatolien durch ein kleines rotes Auto symbolisiert wird, das am Fenstersims des Bühnenbildes wie von Geisterhand gesteuert entlangfährt. Dieses Bühnenbild stellt ein Pariser Café dar und weist eine Besonderheit auf. Das Fenster ist eine Projektionsfläche und an manchen Stellen des Stück s werden dort Filmszenen eingeblendet, etwa von Brigitte Bardot, ein anders Mal sind die Puppen in Großaufnahme dort zu sehen.
Im Nachhinein wurde mir klar warum es gar nicht so einfach ist, für dieses Haus Karten zu bekommen. Immerhin lebe ich nun schon fast drei Jahre in Oldenburg und zwischen dem Kaufdatum der Karten und dem tatsächlichen Theaterbesuch lagen etliche Monate. Es war höchste Zeit jetzt! Denn – wie sagt Monsieur Ibrahim in dem Stück? “Nicht das Glück macht das Lächeln, sondern das Lächeln macht das Glück.” In diesem Fall machte das Stück das Glück und damit ein ganz sonniges Lächeln.
Volker Pispers über Guttenberg
Einfach nett zuzuhören bzw. sehen… Weiterlesen... »
Beam me up, Scotty!
Neueren Überlegungen der NASA zufolge, die auch auf Erkenntnissen aus der Arbeit mit dem relativ neuen Kepler Teleskop resultieren, gibt es alleine in unserer Galaxie, also der Milchstraße, etwa 50 Milliarden (50.000.000.000) Planeten. Nimmt man an, dass nur jeder tausendste Planet passende Eigenschaften hat und zugleich in der bewohnbaren Zone um seine Sonne liegt, dann bleiben 50.000 Planeten übrig, auf denen Leben existieren könnte. Nimmt man nun an, dass wiederum nur jeder tausendste von diesen Planeten tatsächlich Leben hervorgebracht hat und das sind wohl eher sehr pessimistische Annahmen, dann bleiben rein statistisch in unserer Galaxie 50 von Leben besiedelte Planeten übrig.
Dann muss man aber sehen, dass alleine das uns bislang bekannte Universum von etwa 100 Milliarden Galaxien durchzogen ist. Macht also rechnerisch schlappe 5.000 Milliarden mit Leben besiedelte Planeten im uns bislang bekannten Universum. Hey, ich will Euch da draußen kennenlernen, finde aber leider nicht das richtige Reisebüro. Nicht mal online
Issa guttä Chosä
Es war so in den Jahren um 1975 herum. Es war in München, irgendwo in der Schleißheimer Straße zwischen der Georgen und dem Nordbad.
Ich musste meine Jeans einfach dort kaufen, es war nicht nur wegen der Jeans, es war wegen dem Laden und es war wegen Spiegelstein. So hieß der Besitzer. Schon damals nicht mehr jung, gebeugt und mit einer krass hässlichen Panzerbrille auf der Nase, hinter der trübe seine riesigen Augen schwammen. Man konnte sich in dem Laden nichts selber aussuchen, das war die Masche, denn man verzweifelte schier an der unglaublichen Menge von Jeans, die nach einem völlig undurchschaubaren System in grotesken Stapeln angeordnet waren. “Brauchen Sä Chosä? Hab ich scheenä neiä Chose hereinbekommä! Gefällt Ihnä bestimmt was gutt!” Dann hatte er die Erste schon zum probieren in der Hand. Von hier an war es immer Dasselbe. Während man so probierte telefonierte er mit Frankreich. Immer. Er sprach unglaublich gut Französisch, vermutlich hat er dort länger gelebt als in Deutschland. Kam man schließlich mit der “Chosä” aus der Kabine war der Spruch immer der Gleiche, ganz egal wie man aussah: “Ahhh, passta gutt dä Chosä! Scheene Chosä. Geb ich Ihnä ginstig!” Ich war damals auch erst fünfzehn und es kostete irgendwann schon Überwindung ihm zu signalisieren, dass auch diese achte oder zehnte Jeans noch nicht die Richtige war. Er kletterte wie der Blitz in seinem Laden rum und wenn es gar nicht werden wollte, zerrte er plötzlich irgendwo einen Karton raus, schnitt die Klebestreifen auf und strahlte: “Ist ganz neie Warä, noch nicht ausgereimt. Gefällt Ihnä bestimmt gutt!” Allerspätestens danach war man restlos erledigt und kaufte sich eine scheenä neiä Chosä.
Irgendwann war der Laden dann leider weg und den Herrn Spiegelstein habe ich auch nie wieder gesehen. Würde ich heute noch hingehen
Zuviel Trauriges
50 – 44 – 53
Diese Zahlen entsprechen dem Lebensalter, das drei Menschen nur erreicht haben, die aus meinem Freundeskreis innerhalb eines einzigen Jahres (!) verstorben sind. Zwei Männer und eine Frau. Zweimal Krebs und eine geplatzte Bauchschlagader. Drei traurige Familien. Dreimal Fassungslosigkeit. Dreißig Jahre zu früh. Mindestens. Ich denke fast jeden Tag an sie; mehr vielleicht, als zu Lebzeiten. Mal traurig, mal dankbar, mal schmunzelnd.
Zu all dem noch der grauenvolle Unfall vor ein paar Monaten, bei dem Karin und ich die einzigen Augenzeugen waren. Der Motorradfahrer starb vor unseren Augen.
Dies alles hat mich verändert. Stiller werden lassen. Ein wenig ängstlicher auch. Ich wollte es jetzt aufschreiben. Vielleicht stecke ich’s dann besser weg.
So ein Zufall
Der Sommer 2004 war aus vielerlei Gründen kein guter Sommer. Nicht nur das Wetter war bescheiden, sonst auch so ziemlich alles. Für mich jedenfalls. Allerdings war das Wetter am 7. August gut. Da radelte ich in den Westpark und wollte dort ein Buch zu lesen beginnen, das ich mir ein paar Tage zuvor gekauft hatte. Weiterlesen... »
Auferstehung
Heute Morgen habe ich – ohne genau zu wissen wie ich das wirklich angestellt habe – ein kleines Wunder vollbracht. Die Geschichte des Notizblogs ist ja nicht gerade glatt verlaufen. So war die erste Ausgabe von 2005 bis Mitte 2006 ja noch auf Blogspot, bevor ich dann auf selbstgehostetes WordPress umgestiegen bin. Auch da lief nicht alles glatt und so entstanden – teilweise aus technischen Gründen (Serverumzüge), teilweise aus Mayers schrägen Seelenbefindlichkeiten heraus – verschiedenste Sicherungen von Daten, die ich brav auf meiner Festplatte ablegte. Was ich dabei nicht bedacht hatte war, dass man vielleicht schon immer dasselbe Datenformat verwenden sollte und dass WordPress sich ja doch immer fortentwickelt, vielleicht schneller, als ich das damals annahm. Jedenfalls hatte ich irgendwann sql-Dateien, xml-Dateien und irgendwas Gezipptes, was sich durch nichts und niemand mehr entzippen lässt.
Langer Rede – kurzer Sinn, zumindest die Artikel aus der Zeit von Dezember 2006 (auch da gab es eine technische Panne) bis Mai 2007 sind durch einen wunderbaren Tipp aus dem WordPress Forum wiederauferstanden! Natürlich muss ich noch die falschen Links korrigieren, Tags und Kategorien von Hand nachbearbeiten usw…, aber was soll’s? Ich bin froh, dass ein kleines Stückchen Notizblog wiederbelebt wurde
Außerdem habe ich beschlossen eine der ehemaligen Hauptkategorien des Notizblogs, den “Sunset Boulevard” wieder aufleben zu lassen. Wird Euch vermutlich eher wurscht sein, mir tut’s gut
Sauber getäuscht
Heute am frühen Abend in der Strassenbahn. Gerade hatte ich Platz genommen, da zwängte sich eine ältere Dame auf den Sitz neben mir und fragte mich zaghaft, ob die Tram denn auch wirklich zum Schloss Nymphenburg fahren würde. Ich bejahte und dachte mir im Stillen ihr Bescheid zu geben, dass es nach meinem Ausstiegspunkt schon die nächste Haltestelle wäre, sobald wir dort waren. Sie wirkte irgendwie gebrechlich und omahaft auf mich. Kurz darauf fing sie an in ihrer Tasche zu kramen und beförderte einen Stapel Papiere zu Tage. Ich konnte einen Blick auf das Deckblatt erheischen und darauf stand doch tatsächlich geschrieben: “The evaluation process of german telecommunication companies.” Die “Oma” hätte mir wohl ganz nett was erzählen können…. Ich hab’ ihr dann trotzdem gesagt wo sie raus muss.
Liese von Gliese
Liese lag langgelümmelt auf ihrer Chaiselonge und räkelte sich gemütlich vor den Televisionsmonitoren, die seit gut 560 Jahren diese seltsamen Bilder jenes nicht allzu fernen Planeten ausstrahlten. Liese war schon ganz schön betagt und auf ihre alten Tage hatte sie einen grossen Spass an den Episoden derer, die sich selbst als “Menschen” bezeichneten. Niemand, auch nicht die anerkanntesten Wissenschaftler auf ihrer Welt hatten auch nur die geringste Ahnung was dieses bunte Gewusel auf dem Monitor zu bedeuten hatte. Bunt war es übrigens erst seit kurzer Zeit. Ohne Vorwarnung waren die grauen Grieselbilder nach und nach farbig geworden.
Und es war einfach urkomisch anzusehen. Schon alleine der Umstand, dass diese grotesken Menschen und wohl auch die meisten anderen Lebewesen auf diesem Planeten nach allgemeiner Überzeugung nur zwei Geschlechter hatten, machte die Sache umwerfend lustig. Es gab ein Wesen, das kam aus einer Art Blumenvase als Rauch und verwandelte sich dann. Sie diente irgendeinem Trottel, soweit man das deuten konnte. Ausserdem gab es Sequenzen mit Wesen, die wohl so taten als würden sie in den Weltraum fliegen, ernste Wesen, die von einem Zettel ablasen, andere standen vor endloslangen Schnüren, an denen Stofflappen aufgereiht waren, allerlei Getier über und unter Wasser, Bomben, die alles anzündeten, zierlichere von den Wesen, die sich Pflanzen auf eine Art Helm steckten und mit Waffen durchs Gestrüpp rannten. So ging es endlos weiter. Es wurde immer mehr, so viele Monitore konnnte sie gar nicht mehr im Auge behalten. Aber es war köstlich, einfach köstlich.
Nur hoffte Liese, dass die Wesen nicht auch eines Tages umgekehrt von der Existenz ihres Planeten und seiner Bewohner Kenntnis bekamen. Womöglich würden sie sich genauso lustig machen? Vielleicht würde sie sogar hierher kommen wollen? Die Vorstellung erschreckte Liese. Es war schon ganz schön weit, aber irgendwie wirkten diese Wesen für Liese auch aufdringlich. Sie vermochte nicht zu sagen warum, aber ihr war es lieber nur die Monitore anzusehen und sich amüsiert auf ihrer Chaiselonge zu wälzen.
A tribute
Wer kann sich heute schon noch an die Herren Jeffrey Hyman, John Cummings, Douglas Glen Colvin und Tamas Erdelyi erinnern? Kaum jemand vermutlich, denn besser bekannt war diese “Happy Family” unter den Namen Joey, Johnny, Dee Dee und Tommy Ramone. The Ramones – eine meiner Lieblingsbands aus den 70 ern, die immer mehr in Vergessenheit gerät. Zu unrecht wie ich finde, denn die vier Jungs aus dem New Yorker Stadtteil Queens haben Musikgeschichte geschrieben. Allein die unglaubliche Zahl von fast 2.300 Live Gigs in den insgesamt 22 Ramones Jahren ist monumental. Das bedeutet alle 3-4 Tage ein Konzert!
Ganz viele Songs aus den ersten 3 bis 4 Jahren der Band wie z. B. Commando oder Teenage Lobotomy finde ich heute noch “saugut” wenn ich sie höre. Nachdem es in den 90er Jahren nochmals einen kleineren Hype um die Ramones gegeben hat, weil sich damals neue Bands wie The Offspring und Green Day bekannten, dass die Ramones ihre Vorbilder gewesen waren, ebbte das Interesse danach rasch ab. Allerdings erschien im Jahr 2003 ein recht guter Tribute – Sampler unter dem Titel “We’re a Happy Family” mit Bands wie Red Hot Chili Peppers, Kiss, Metallica, Marilyn Manson, Tom Waits und und und.
Leider lebt heute als einziger Überlebender der Urformation nur noch Tommy Ramone. Eine Überdosis Heroin, Lymphdrüsen- und Prostatakrebs rafften die anderen Bandmitglieder leider sehr vorzeitig dahin.
Jetzt hab’ ich kürzlich entdeckt, dass es in Berlin sogar ein Ramones Museum gibt. Da bin ich bei meinem nächsten Besuch in der Hauptstadt drin. Garantiert!
Gabba, Gabba, Hey!
