Gast ohne Einladung
Es war so 1975 / 76, ich war in dieser riesigen Clique, wir waren drauf und dran, die ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht zu machen, wir redeten eine Menge dummes Zeug, rauchten und tranken alles Mögliche und wir waren unglaublich brav und nett. Ja, ja! Es gab ja ein paar Leute in unserer Gang, die aus anderen Stadtvierteln kamen und dennoch fest zu uns gehörten, wie der “Schnecki” und der “Kochi”, andere wollten das so gerne und sie bekamen aber aus irgendwelchen Gründen keine Chance.
Wie sie genau zu uns gekommen ist, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, jedenfalls gab es ein Mädchen in unserem Alter, die plötzlich mit schöner Regelmäßigkeit bei uns “im Hof” auftauchte. Ich denke sie war in einen der etwas älteren Jungs verknallt, vielleicht in den “Big Pete” oder in den “Sepp” oder in beide. Wir ließen sie gewähren, gaben uns aber kaum mit ihr ab. Wie sie wirklich hieß, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, aber wir hatten einen schönen Namen für sie. Einen der einfach passte: Haftmine. Ich sag’ doch wir waren nett.
Verbesserungsvorschlag
Künftig von Montag bis Freitag um 19:55 auf ARD statt der Sendung “Börse im Ersten”. Für die nächsten 30 Jahre. Sendeplatz bei allen anderen Sendern muss noch festgelegt werden. Weiterlesen... »
Servus Löwen?
Ich hab’s neulich schon einmal geschrieben, da war es im Bezug auf Schalke 04, Vereine deren Fan ich nicht bin, lehne ich deswegen nicht gleichzeitig ab. Es ist mir weitgehend egal was dort hinter den Kulissen passiert, bis auf das sportliche Geschehen in den Ligen halt so im Allgemeinen. Anders verhält sich das beim TSV 1860 München, da bin ich schon lange Zeit ein Fan. Als ich noch in München lebte war ich sogar einige Jahre Mitglied. Kummer ist man ja leider als “Löwe” nun schon viele Jahre gewohnt und nun scheinen sich die finanziellen Eskapaden früherer Jahre zum finalen Showdown auszuwachsen. Unter “normalen” Umständen sind 8 Millionen Euro innerhalb weniger Tage für diesen Verein nicht aufzutreiben. Die Stadt und der Oberbürgermeister wollen nicht, sollen vermutlich auch richtigerweise nicht, die Landesbank ist eh in schwerem Wasser, die Sparkasse mag und soll auch nicht und der Uli Hoeneß vom FC Bayern hat es versucht.
Man mag vom Uli Hoeneß halten was man will, er mag in manchen Situationen schon ein etwas unglückliches Gemüt an den Tag gelegt haben, aber alleine die Idee und sein Engagement verdienen Respekt. Ich mag nicht hinter allem und jedem zwischen diesen beiden Clubs und ihren jeweiligen Protagonisten eine Hinterfotzigkeit vermuten und wenn, dann muss man leider sagen, dass die schwarzen Schafe wenn überhaupt eher in den Reihen der 60er zu suchen waren. Da sei nur mal an den Herrn Wildmoser erinnert.
Jetzt hat man mit dem Dieter Schneider und dem Franz Maget ein ganz hervorragendes Führungsduo und es scheint leider so, als seien sie zu spät gekommen.
Man muss sich nur einmal die Liste mit den Spielerverkäufen (viele davon aus reinen Liquiditätsgründen) der letzten Jahre ansehen, um zu begreifen, dass da vermutlich eine Mannschaft verkauft werden musste, die sich zumindest in der zweiten Tabellenhälfte der ersten Liga auch behaupten könnte. Wenn man nun in Erwägung zieht, dass von all diesen Spielern ein große Zahl aus der eigenen Jugendarbeit der Löwen hervorgegangen ist, dann kann man erahnen welcher Verlust für den gesamten deutschen Fußball mit dem Niedergang dieses Vereins verbunden wäre.
Alleine schon aus diesen Grund ist es kaum zu verstehen, dass sich kein Investor aus der Wirtschaft findet. Dieser Club hat trotz der personellen und wirtschaftlichen Verfehlungen der letzten Jahre einen großen Namen, eine intakte Mannschaft und diesen hervorragenden Nachwuchsbereich. Da ist es für mich schon ein Rätsel warum sich niemand findet, denn bei den Fans und dem gesamten Umfeld lässt sich bei kontinuierlich guter Arbeit ein mächtiger Imagegewinn herausholen. Aber ein längerer Atem täte ohnehin allen Beteiligten gut. Genügend Konzerne hätte München ja eigentlich. 8 Tage bleiben noch für die 8 Millionen. Und für die Hoffnung.
Überforderung?
Die Nachrichtenlage ist wahrhaft gigantisch. Schon seit längerer Zeit. Seit Tunesien, Ägypten und den Anfängen von Libyen. Dann Japan, das Beben, der Tsunami, der Wahnsinn mit den Atomkraftwerken. Der Tsunami ist schon fast Nebensache, die Verbrechen Gaddafis in Libyen sowieso und was sich in Bahrain anbahnt bekommt schon fast niemand mehr mit. Ach so, mit der Bahn war ja auch noch was. Mir selber geht es dabei ja nicht anders, ich will hier nicht den Zeigefinger heben. Die Anti – Atombewegung steht wieder auf, Union und FDP machen sich wegen des “Superwahljahres” in die Hosen und verzapfen Unfug wie sonst auch, nur mehr davon.
Ich frage mich nur, ob uns die Weltgeschehnisse nicht gerade so überholen, dass wir uns bald wegen der verpassten Chancen die Augen reiben und wegen vieler Versäumnisse traurig sind. Am meisten denke ich dabei an Libyen, wenn dann irgendwann einmal die Verbrechen des Despoten gegen sein eigenes Volk aufgearbeitet werden. Ich sage nicht, dass die anderen Geschehnisse nicht wichtig sind, aber wir müssen es schaffen mehr Themen im Fokus zu behalten. Der Westen hat lange genug Geschäfte (auch Waffengeschäfte) mit dieser Drecksau und seinem Clan gemacht, wir sind in der Pflicht uns an den “Aufräumarbeiten” zu beteiligen. Es eilt leider…
Für Handy & Smartphone Nutzer
Liebe Leserinnen und Leser des Mayerschen Notizblogs, die Ihr meine Seite per Handy oder Smartphone besucht: Ab sofort ist ein weiteres Plugin eingebaut, welches die Lesbarkeit der Seite deutlich verbessern soll. Ich selbst habe es mit meinem Smartphone (Android 2.2) ausprobiert und da sieht es ganz vernünftig aus. Über Feedback bzgl. Gefallen oder Problemen wäre ich dankbar. Danke schön!
Felix der Unglückliche
Schalke 04 berührt mich nicht. Weder positiv noch negativ. Ich bin weder ein Fan noch ein Gegner dieses Vereins, ich war im Leben noch nicht einmal in Gelsenkirchen. Was mich aber beschäftigt ist der Umstand, dass Felix Magath – Multifunktionsmitarbeiter in diesem Verein – am Aschermittwoch aus der Zeitung erfahren darf, dass er womöglich demnächst einen neuen Job (oder wieder mehrere) benötigt. An einem Tag, an dem er mit seiner Mannschaft eines der wichtigsten Spiele in der ganzen Saison zu absolvieren hat.
Dazu kommt der geradezu grotesk anmutende Umstand, dass sich von der gesamten Chefetage auf Schalke kein Mensch zu all dem äußern möchte. Selbst nach dem erfolgreichen Einzug ins Viertelfinale der Champions League gestern Abend durch ein 3:1 über Valencia.
Für mich als Außenstehendem hat das schon fast die Qualität eines Attentats, da muss im Vorfeld einiges zu Bruch gegangen sein. Allerdings ein Attentat von der dümmsten Sorte. Mit dieser gezielten Verunsicherung hat man ja auch in Kauf genommen, dass die Mannschaft kein Spiel findet und sang- und klanglos ausscheidet. Damit hätte man sich beim Vorstand selbst leichtfertig um 7 Mio. Euro gebracht. Andererseits, jetzt da Magath mit der Truppe gewonnen hat und ja auch noch beste Chancen auf den Gewinn des DFB Pokals bestehen, geben sich die Vorstände und Aufsichtsräte in gewisser Weise der Lächerlichkeit preis. Die Fans scheinen weit mehr auf der Seite des Trainers zu stehen.
Vermutlich muss man auf Schalke geboren sein, um einen derartigen Unfug verstehen zu können, vielleicht kann es aber auch dort niemand verstehen, vielleicht fand es die Vereinsführung zusammen mit der Zeitung einfach schade, dass Karneval schon wieder vorbei sein soll und die haben einfach noch weitergemacht. Und dann hat ihnen wohl einer was ins Bier getan.
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Mein erster Besuch im Oldenburger Theaterlaboratorium
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, das wird einigen von Euch vielleicht bekannt sein. Das Buch hat es in Frankreich rasch zu einiger Berühmtheit gebracht, die Verfilmung bescherte Omar Sharif 2004 den César als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Monsieur Ibrahim. Im Theaterlaboratorium nun ist es eine Mischung aus Theater und Puppentheater, wobei das Stück besonders durch enormes Können und eine unglaubliche Präsenz von Pavel Möller-Lück zu einem eindrucksvollen Erlebnis wird.
Die Leichtigkeit mit der eine gar nicht so witzige Geschichte dargeboten wird, die so selbstverständlich eine wachsende Freundschaft zwischen Momo, einem einsamen, jüdischen Jungen und Monsieur Ibrahim, dem anatolischen Ladenbesitzer erzählt, das ist aller Ehren wert. Ein Stück, das ganz ohne Schulmeisterei auskommt und dabei doch, auf mal heitere, mal melancholische Weise, ein schwieriges und aktuelles Thema einfühlend behandelt.
Neben der beeindruckenden Spielkunst ist es vor allem die Liebe zum Haus selbst, zum Bühnenbild, zu den Puppen und Ihren Details, einfach zu Allem was so ein Theater ausmacht, dass als Gesamtwerk etwas derart Atemberaubendes entsteht. Wenn die Puppen mittendrin in einer passenden Szene etwa winzige Sonnenbrillen aufgesetzt bekommen, oder die gemeinsame Reise nach Anatolien durch ein kleines rotes Auto symbolisiert wird, das am Fenstersims des Bühnenbildes wie von Geisterhand gesteuert entlangfährt. Dieses Bühnenbild stellt ein Pariser Café dar und weist eine Besonderheit auf. Das Fenster ist eine Projektionsfläche und an manchen Stellen des Stück s werden dort Filmszenen eingeblendet, etwa von Brigitte Bardot, ein anders Mal sind die Puppen in Großaufnahme dort zu sehen.
Im Nachhinein wurde mir klar warum es gar nicht so einfach ist, für dieses Haus Karten zu bekommen. Immerhin lebe ich nun schon fast drei Jahre in Oldenburg und zwischen dem Kaufdatum der Karten und dem tatsächlichen Theaterbesuch lagen etliche Monate. Es war höchste Zeit jetzt! Denn – wie sagt Monsieur Ibrahim in dem Stück? “Nicht das Glück macht das Lächeln, sondern das Lächeln macht das Glück.” In diesem Fall machte das Stück das Glück und damit ein ganz sonniges Lächeln.
Der andere “Gutti” Fantraum
Meinen längsten Blogartikel ever könnte ich schreiben mit meinen ganzen Eindrücken, meinen Empfindungen, meinem Erstaunen und meiner Abscheu über die derzeitige, bundesdeutsche Politik im Allgemeinen, über den Guttenberg und seine getreuen Fans im Besonderen. Ich werde es nicht tun, ich erspare es mir und erspare es meinen LeserInnen. Aber Eines will ich noch loswerden, etwas das mir so ganz zuletzt eingefallen ist und das, das muss jetzt einfach sein… Weiterlesen... »
Globalisierung, Kennzahlen und Moral (2)
Bereits im ersten Teil dieses Beitrags hatte ich auf die im großen und ganzen vorherrschende Dominanz harter Kennzahlen in Betriebs und Volkswirtschaft hingewiesen. Von einigen wenigen Beispielen abgesehen, wie etwa bei der Messung der Kundenzufriedenheit oder einiger personalwirtschaftlicher Ansätze, spielen weiche Kennzahlen leider nur eine geringe Rolle. Das ist logisch, wenn man sich die absolute Dominanz von monetärem Erfolg in unserer Welt noch einmal vor Augen führt. Wünschenswert wären hier eher volkswirtschaftlich gleichberechtigte Kennzahlensysteme etwas als weiterentwickelte Ableitungen aus “Balanced Scorecards“, die dann auch “globalisiert” gelten.
Volker Pispers über Guttenberg
Einfach nett zuzuhören bzw. sehen… Weiterlesen... »
Globalisierung, Kennzahlen und Moral
Der “mspro” schreibt in seinem Blog sehr interessant über das Ende der Doppelmoral und die wenig erfreulichen Tatsachen, die uns damit beschert werden. Den Artikel finde ich ganz gut geschrieben, sachlich auch gut begründet, aber er bleibt die Antwort darauf schuldig woher dieser Wandel kommt, warum die “Konservativen” plötzlich unverblümt ihr wahres Streben offenbaren und die Chimären ihrer bisherigen Argumentation in Form von Werten, Tradition, Ehrlichkeit, Anstand, Glaube etc. einfach beiseite lassen.
In meinen Augen hat das etwas mit der Globalisierung und ihren Folgen zu tun und damit, dass Geld den Charakter verdirbt. Nicht nur bei den Konservativen, sondern bei so ziemlich Allen. Wie komme ich zu dieser gewagten Behauptung? Weiterlesen... »
Horaz wusste es
Lenerl (@lenerl) auf Twitter hat mich draufgebracht. Daher mit großer Freude ein Horaz Zitat:
Beatus ille, qui procul negotiis, ut prisca gens mortalium, paterna rura bobus exercet suis, solutus omni faenore; Neque excitatur classico miles truci neque horret iratum mare forumque vitat et superba civium potentiorum limina.
Übersetzung:
Glücklich der Mann, der fern von Geschäften, wie einst das Menschengeschlecht, die väterliche Scholle mit seinen Ochsen pflügt, frei von Schuldenlast; weder wird er als Soldat vom wilden Signal aufgescheucht, noch vom grollenden Meer verängstigt, er meidet das Forum und die stolzen Paläste der Mächtigen.
Brutalstmöglich plagiiert aus der Wikipedia
Nochmal kurz zu RIVVA
Ich hab ja bereits am 8. Februar schon mal über das Ende von Rivva gebloggt und bislang immer noch ein wenig gehofft, dass Erklärungen, Ansätze für etwas Neues, irgendein Signal kommen könnte. Was kam sind mittlerweile 302 Kommentare im Rivva Blog, die trotz aller Unterschiedlichkeit schon erkennen lassen, welcher Verlust das Aus dieses Angebots im Netz für die User darstellt.
Auf was ich hinaus will ist schnell gesagt. Gibt es irgendwo Pläne, Ideen, Ansätze ein Vorhaben dieser Art wieder auf die Beine zu stellen. Weiß jemand, ob vielleicht doch Reanimationsversuche laufen? Mir fehlt Rivva oder etwas Gleichwertiges im deutschen Netz und mir fehlen die technischen Kenntnisse, um auch nur ein Viertel Rivva für mich irgendwie zusammenzubasteln.


